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06.11.2018

Alexander Höfferer, Leiter PPS (Professional Partner Service) bei Schwarzkopf Professional Österreich über die Ausstellung „Mit Haut und Haar“ im Wien-Museum.

Bilder einer Ausstellung

Alexander Höfferer, Leiter PPS (Professional Partner Service) bei Schwarzkopf Professional Österreich

Alexander Höfferer, Leiter PPS (Professional Partner Service) bei Schwarzkopf Professional Österreich

 

„Mit Haut und Haar“ bedeutet, sich jemandem oder einer Sache zu 100 Prozent zu verschreiben. Nur logisch, dass sich Schwarzkopf Professional den Leitspruch „Together. A Passion For Hair“ auf seine Fahnen heftet. „Mit Haut und Haar“ nennt sich zudem eine aktuelle Sonderausstellung im Wien Museum, die sich der Passion der Menschen widmet, dem eigenen Körper durch „Frisieren, Rasieren, Verschönern“ eine besondere Bedeutung beizumessen, um die damit verknüpften imagebeladenen Botschaften sodann an die jeweilige, individuelle Umwelt auszusenden. Gezeigt werden am Karlsplatz – noch bis 6. Jänner 2019 – rund 500 Exponate, darunter etwa ein Frisiersalon von 1900, Franz Grillparzers Rasiermesser oder aber eine Perücke der Song Contest-Gewinnerin Conchita (wienmuseum.at).

Ein Experte wie Alexander Höfferer, seit inzwischen zwölf Jahren Leiter PPS (Professional Partner Service) bei Schwarzkopf Professional, hat, aufmerksam und achtsam durch die Ausstellung streifend, jedoch nicht bloß den bewundernden Blick für Promi-Utensilien. Der Fachmann versteht es, seine Beobachtungen mit der Gegenwart in Bezug zu setzen. Das allerorten oft abgebildete Zunftzeichen der Friseure, das Rasierbecken, ist für ihn beispielsweise mit ein Hinweis, dass früher, speziell nach dem sonntäglichen Kirchgang, die Männer öfter zum Friseur oder Barbier gingen als die Frauen. Den aktuell zu beobachtenden Trend zum Bart bzw. zum Barbier-Besuch wiederum sieht er jedoch nicht als bahnbrechend an, „weil die Industrie ihn nur sehr selektiv mit Produkten begleiten und somit fördern kann“.

Alexander Höfferer, Schwarzkopf Professional, auf Besuch im Wien Museum.

Alexander Höfferer, Schwarzkopf Professional, auf Besuch im Wien Museum.

Gleichzeitig fällt dem gebürtigen Kärntner die Friseurausbildung ein, in der nach wie vor die Schleifkunst eines Rasiermessers (nach)gefragt werde, obwohl das in der Praxis niemand mehr mache. Oder aber das Perücken fertigen, heute hauptsächlich im Theater- oder medizinischen Bereich ein Thema, wahre und akribische Feinarbeit, „wie Mäuse melken“, erinnert Höfferer an die eigenen Versuche, die der gelernte Friseurmeister selbst zum Start seiner Berufslaufbahn ungern, jedoch verbindlich zu absolvieren hatte.

Die Ausstellung im Wien Museum zeigt nicht zuletzt den Professionalisierungsschub der Branche. Dass sich Friseure wie einst gleichzeitig als Parfümeure oder gar Fußpfleger versuchen, ist obsolet geworden. Was geblieben ist, ist das vorrangig kreative Berufsverständnis. „Erfolg hat jemand heute wie damals, wenn er das, was er macht, mit Leidenschaft tut und nicht so sehr als belastende Arbeit empfindet“, so der 48-Jährige. Speziell Wien ist für die Branche ein hartes Pflaster, um speziell jene zu finden, die diese Passion für Frisur und Styling für sich entdeckt haben. Alexander Höfferer: „Als ich in der Schwarzkopf Academy begann, hat es in puncto Unterstützungswunsch, überspitzt formuliert, geheißen: Leute, bringt mir einen Bus voll Kunden. Heute wünschen sich viele einen Bus mit Mitarbeitern.“

Das Ausbildungsangebot für die Jungen ändert sich daher dramatisch. Die Digitalisierung verändert Rezeptionsverhalten und Aufmerksamkeitsspanne der digitalen Eingeborenen, der „Generation Smartphone“. „Wir setzen vermehrt auf Videoschulungen, auf mehrfach wiederholbare Video-Clips mit Interaktionsmöglichkeit, ferner auf Persönlichkeitstrainings“, erzählt Höfferer. Die neu etablierten, österreichweiten „Young Stylisten Camps“ für die Lehrlinge im 2. und 3. Lehrjahr finden ebenso enorm guten Anklang wie die „Junior Camps“ für die absoluten Berufseinsteiger.

Was sich bei all dem in der Ausstellung vielfach in Form von Werkzeugen und Utensilien dokumentierten Berufswandel nicht verändert hat, ist einerseits der handwerkliche Impetus, sprich: „Die Grundtechniken müssen beherrscht werden“ (Höfferer). Andererseits waren Stars und Sternchen früher Vorbild für das individuelle Körper- und Frisurendesign, und sie sind es heute noch. So war, wie am Karlsplatz ebenfalls illustriert, etwa die Opernsängerin Katharina Schratt, „immer mit einem Schmetterlingsschmuck im Haar“ (Höfferer), eine Ikone, deren vom Kaiser finanzierte Wohnung am Kärntnerring in Opernnähe heute bekanntlich die Schwarzkopf Academy beherbergt. Frage an Alexander Höfferer: Wie wird man heute zum It-Girl á la Katharina Schratt? Die Antwort lässt sich zunächst an den Essential Looks ablesen, dem Style-Guide, der dem Schwarzkopf Professional-Friseur zweimal im Jahr den letzten Schrei von Modewelt- und Laufsteg-Beobachtungen ans Herz legt. Höfferer: „Stylisten, Blogger und Influencer beeinflussen sich gegenseitig, dazu mischen natürlich bekannte Stars bei der Trend-Definition mit.“ Gingen einst die Schratt-Followers mit aktuellem Zeitungsauschnitt zum Friseursalon ihres Vertrauens, wischt Ottilie Normalverbraucher heute mit dem Finger übers Smartphone, um ihren präferierten Schönheits-Look auf den Social Media-Kanälen Instagram, Pinterest oder YouTube zu präsentieren.