17.10.2019  Düsseldorf

Henkel beteiligt sich an BASF-Projekt zu chemischem Recycling

Erste Henkel-Flaschen aus chemisch-recyceltem Kunststoff

Erstmals hat Henkel gemeinsam mit dem Verpackungshersteller Alpla Flaschenkörper auf Basis chemisch recycelten Kunststoffs hergestellt. Beim chemischen Recycling kann gemischter Kunststoffabfall hochwertig wiederaufbereitet werden, der bisher nicht recycelt wird. Das Pilotprojekt mit Flaschen von Perwoll ist Teil des ChemCycling-Projekts der BASF.

„Wir sehen großes Potenzial im chemischen Recycling als Ergänzung zum mechanischen Recyclingprozess“, sagt Dr. Thorsten Leopold, Leiter der internationalen Verpackungsentwicklung Home Care bei Henkel. „Das mechanische Recycling stößt irgendwann an seine Grenzen, da nicht alle Kunststoffabfälle wieder hochwertig recycelt werden können. Mithilfe des chemischen Recyclings können fossile Ressourcen durch recyceltes Material aus Kunststoffabfall ersetzt werden. Daher ist das Projekt ein wichtiger weiterer Schritt, um eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoff zu fördern – davon ausgehend evaluieren wir weitere Möglichkeiten für den Einsatz von chemisch recyceltem Kunststoff in unseren Produktverpackungen.“

„Das Pilotprojekt mit der Perwoll-Flasche von Henkel hat gezeigt, dass Produkte auf Basis von chemisch recycelten Rohstoffen über die gleiche hohe Qualität und Leistungsfähigkeit verfügen wie Produkte aus fossilen Rohstoffen. Beim ChemCycling wird der Anteil des in der Produktion verwendeten recycelten Materials über den Massenbilanzansatz rechnerisch dem Endprodukt zugewiesen. Dies kann unseren Kunden helfen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen“, sagt Anja Winkler, BASF Head of Global Key Account Management Henkel Home & Personal Care.

„Der Vorteil des chemischen Recyclings liegt darin, dass die Ressource Kunststoff dem Wertstoffkreislauf dauerhaft erhalten bleibt und der darin enthaltene Kohlenstoff wieder genutzt wird. So kann das chemische Recycling erprobte Technologien wie das mechanische Recycling ergänzen. Die Qualität der getesteten Materialien hat uns überzeugt,“ sagt Nicolas Lehner, Chief Commercial Officer von Alpla.

Chemisches Recycling als sinnvolle Ergänzung

Beim mechanischen Recycling werden sortierte Kunststoffabfälle zerkleinert, gereinigt und wieder zu Granulat verarbeitet. Die Herausforderung ist dabei, dass die Qualität des resultierenden Rezyklats nur so gut sein kann wie die des „Eingangsmaterials“. Verunreinigter Kunststoff sowie ein Mix aus verschiedenen Farben und Materialien können die Qualität des Rezyklats negativ beeinflussen und den Recyclingprozess erschweren. Hinzu kommt, dass Kunststoff im mechanischen Recyclingprozess nicht unendlich wiederaufbereitet werden können. Durch chemisches Recycling werden Kunststoffabfälle, die durch mechanisches Recycling nicht recycelt werden, wieder dem Kreislauf zugeführt. Bei ChemCycling werden thermochemische Verfahren genutzt, um Plastikabfälle in Pyrolyseöl umzuwandeln. Dieser sogenannte Sekundär-Rohstoff dient dann als Rohmaterial für die chemische Industrie und können in der Herstellung von Kunststoff z. B. für Verpackungen eingesetzt werden. Die aus diesen chemisch-recycelten Materialien hergestellten Verpackungen sind von gleicher Qualität wie solche, die auf Neukunststoff basieren. Folglich können fossile Rohstoffe eingespart und Abfälle reduziert werden.

Engagement für eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoff

Die Zusammenarbeit mit BASF und Alpla im Rahmen des ChemCycling-Projekts ist ein weiteres Beispiel für das Engagement von Henkel im Bereich nachhaltige Verpackungen. Bei der Umsetzung der Verpackungsstrategie hat das Unternehmen bereits zahlreiche Fortschritte erzielt: Schon heute bestehen viele Produktverpackungen aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff. Dabei verwendet Henkel zu 99 Prozent Plastikabfälle aus Endverbraucher-Haushalten (Post-Consumer-Rezyklat). Außerdem arbeiten die Verpackungsexperten von Henkel daran, die Recyclingfähigkeit der Verpackungen weiter zu erhöhen – zum Beispiel indem erstmals recyclingfähige schwarze Verpackungen entwickelt wurden oder perforierte Sleeves eingesetzt werden, die bei der Entsorgung der Flasche einfach entfernt werden können. Zuletzt hat Henkel sein eigens entwickeltes Software-Tool zur Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen (EasyD4R) auch für andere Unternehmen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Um Fortschritte hin zu einer Kreislaufwirtschaft voranzutreiben, setzt Henkel zudem auf Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette: So ist das Unternehmen beispielsweise Mitglied des Rezyklat-Forums, der globalen Alliance to End Plastic Waste (AEPW) und der New Plastics Economy (NPEC).

Vorstellung auf der K2019 Messe

Das Pilotprojekt präsentiert Dr. Thorsten Leopold von Henkel gemeinsam mit BASF auf der K2019 Messe in Düsseldorf am 23. Oktober 2019 an Stand C21/D21 in Halle 5 bei einem Live-Talk.

Weitere Informationen zu den Fortschritten und Aktivitäten von Henkel im Bereich Plastik finden Sie unter www.henkel.de/plastik.

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