20.12.2017

Ein Interview mit Henkel-Mitarbeiterin Angela Leckner

Wünsche vom Weihnachtsbaum

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Von Kleinkindern bis hin zu jungen Erwachsenen – Vertreter aller Altersklassen dürfen sich bei der Weihnachtswunschbaumaktion etwas wünschen.

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Die Weihnachtsbäume inklusive Wunschzettel findet man in den Mitarbeiterkantinen am Henkel-Firmensitz in Düsseldorf.

Die Weihnachtsbäume inklusive Wunschzettel findet man in den Mitarbeiterkantinen am Henkel-Firmensitz in Düsseldorf.

Düsseldorf im Dezember 2017 – in den Kantinen am Firmensitz von Henkel herrscht reges Treiben. Der Grund dafür ist nicht etwa eine Veranstaltung oder ein Mittagsangebot: Viele Mitarbeiter haben Spielzeug und andere Geschenke dabei. Ein Stück weiter stehen die Weihnachtsbäume, von denen sie in der vorangegangenen Woche Wunschzettel von bedürftigen Kindern und Jugendlichen gepflückt haben. So unterschiedlich wie die Altersklassen der Kinder sind auch ihre Wünsche: vom Riesenteddy über das Malbuch bis hin zu Fußbällen oder Kleidung. Verantwortlich für den vorweihnachtlichen Trubel ist Henkel-Mitarbeiterin Angela Leckner, die durch ihr Engagement viele begeisterte Weihnachtselfen mobilisiert. Bereits zum elften Mal organisiert sie die Weihnachtswunschbaumaktion, die auch in diesem Jahr großen Anklang findet – nicht nur bei den Mitarbeitern und beschenkten Kindern in Düsseldorf, sondern an vielen Henkel-Standorten deutschlandweit.

Frau Leckner, Sie organisieren die Weihnachtswunschbaumaktion nun schon eine ganze Weile – wie sind Sie darauf gekommen, diese Aktion ins Leben zu rufen?
Die erste Idee kam mir tatsächlich schon vor fast 15 Jahren. Mich haben die Tannenbäume fasziniert, die in der Vorweihnachtszeit in den großen Kaufhäusern standen. Da hingen Wunschzettel von bedürftigen Kindern dran, die vor Ort von den Kunden erfüllt werden konnten. Ich dachte darüber nach, ob sich so eine Aktion auch bei uns, bei Henkel in Düsseldorf, umsetzen ließe. Und so reifte dann die Idee – mit 6.000 Mitarbeitern dürfte das ja ein Klacks sein. Ich besprach mich mit meiner Kollegin Susanne Reda und wir kamen zu dem Schluss: das machen wir! Damit habe ich der MIT-Initiative, die Henkel-Mitarbeiter und Pensionäre bei ihrem sozialen Engagement unterstützt, einen entsprechenden Vorschlag vorgestellt. So ist die Aktion vor 11 Jahren gestartet. Was zunächst nicht ganz einfach war, denn natürlich musste auch garantiert werden, dass alle Wünsche erfüllt werden. Zum Glück war die Sorge unbegründet: Schon im ersten Jahr wurden uns die Zettel aus den Fingern – oder besser gesagt vom Baum – gerissen (lacht).

Und wie viele Wünsche erfüllen Sie heute?
Aktuell liegen wir alleine in Düsseldorf bei rund 230 Geschenken, in einem Jahr konnten wir sogar knapp 300 Wünsche erfüllen. Leider übersteigen mehr Wunschzettel unsere logistischen Kapazitäten. Dafür machen mittlerweile fast alle Henkel-Standorte in Deutschland bei der Aktion mit, so dass wir unterm Strich die Wünsche von 660 Kindern erfüllen können. Das freut mich sehr!

Angela Leckner und ein tatkräftiger Kollege

Angela Leckner und ein tatkräftiger Kollege in Aktion.

Bei so vielen Geschenken gibt es sicherlich einiges zu organisieren?
Ich bin damit natürlich nicht alleine. Meine Kollegin Susanne Reda ist von der ersten Stunde an dabei und wir meistern die Organisation gemeinsam. Eine weitere Kollegin, Petra Fetten, sorgt dafür, dass es auch für Mitarbeiter aus unserem Unternehmensbereich Beauty Care, die außerhalb des Werkgeländes ihr Büro haben, einen Weihnachtswunschbaum gibt. Die Wunschzettel der Kinder aus den verschiedenen Düsseldorfer Einrichtungen sammele ich zentral. Um die Anonymität zu wahren, vermerken wir auf den Zetteln, die an den Bäumen hängen, nur das Alter und den Vornamen des Kindes. Den Wunsch schreiben wir auch nicht dazu, damit die Zettel nicht danach ausgewählt werden, was am liebsten gekauft und verschenkt wird. Unsere Kollegen haben eine Woche Zeit, um die Geschenke zu besorgen und abzugeben. Dann werden die Geschenke verpackt und an die Einrichtungen verteilt, die meistens eine Woche vor Weihnachten ihre Weihnachtsfeiern mitsamt Geschenkübergabe ausrichten.

Welche Organisationen unterstützen Sie konkret?
In jeder Stadt werden unterschiedliche Organisationen und Einrichtungen unterstützt. Hier in Düsseldorf sind es vor allem Einrichtungen, die von der Diakonie oder der Stadt getragen werden. Wir wechseln immer mal wieder die Einrichtungen, mit denen wir zusammenarbeiten – mit einer Ausnahme. Die Einrichtungen Kinderschutzambulanz und KID (Kind in Düsseldorf), die sich für Kinder, die Gewalt erfahren haben, einsetzt, unterstützen wir dauerhaft. Die Kombination der verschiedenen Einrichtungen erklärt natürlich auch die große Altersspanne – so erfüllen wir die Wünsche von Kleinkindern im Alter von 10 Monaten bis hin zu denen von jungen Erwachsenen.

Gibt es denn trotz der großen Altersunterschiede auch ein paar Wünsche, die sich Jahr für Jahr wieder auf den Zetteln finden? Klassiker der Weihnachtswunschbaumaktion sozusagen?
Ein Klassiker sind natürlich Fußbälle. Puppen, Schminkkoffer oder Malbücher sind auch sehr beliebt. Viele Kinder wünschen sich ganz alltägliche Dinge wie Kleidung. Einige Jugendliche wollen aber auch selbst einkaufen gehen oder sparen auf etwas Größeres und wünschen sich deswegen einen Gutschein. Einmal haben wir alle nicht schlecht gestaunt: Ein 14-jähriger Junge hat sich eine Bibel gewünscht. Ab und zu kommt es vor, dass man nicht weiß, was sich hinter einem Wunsch verbirgt. Früher hat mich dann mein Sohn aufgeklärt (lacht). Ich google inzwischen jeden Wunsch und schaue, ob das Geschenk im entsprechenden Preissegment gefunden werden kann – denn das Geschenk sollte bei rund 20 Euro liegen. 

Warum glauben Sie, dass die Aktion so gut bei den Mitarbeitern ankommt?
Wir sehen häufig, dass die Mitarbeiter ihre Geschenke nicht immer für 20 Euro bekommen haben, sondern mehr ausgegeben haben. Ihnen geht es ums Schenken und sie haben Spaß daran, die Geschenke zu kaufen. Einige wählen bewusst Kinder aus, die im gleichen Alter wie ihre eigenen sind und gehen dann mit ihnen zusammen einkaufen. Es gibt viele Kolleginnen und Kollegen, die von der ersten Stunde an dabei sind. Für sie ist die Aktion eine echte Herzensangelegenheit. Auch außerhalb von Henkel kommt die Aktion an: Mitarbeiter der Firmen, die ebenfalls an unserem Standort in Düsseldorf ansässig sind, machen auch mit. Was mir sehr wichtig ist, dass die Aktion auch einen kleinen Denkanstoß gibt. Jeder versteht etwas anderes unter „Bedürftigkeit“. Doch kaum einer kann sich vorstellen, dass es Kinder gibt, die total überrascht sind, dass sie sich etwas Eigenes wünschen und dann behalten dürfen.

Wie werden Sie in Ihrem Engagement von Henkel unterstützt? In welcher Form kann sich auch der einzelne Mitarbeiter bei dieser Aktion einbringen?
Die MIT-Initiative ist vor allem von Mitarbeitern und für Mitarbeiter. Jeder, der Lust hat, kann natürlich helfen. Nicht nur beim Schenken, auch beim Einpacken brauchen wir immer helfenden Hände. Wir werden bei der Anschaffung des Geschenkpapiers unterstützt und können die Räumlichkeiten für die Verpackung der Geschenke und das Aufstellen der Wunschbäume nutzen. Mich macht es sehr froh zu sehen, auf wie viel Tatkraft und Begeisterung unsere Aktion jedes Jahr trifft!