25.10.2015  Düsseldorf

Würdigung von Dr. Konrad Henkel: ein halbes Jahrhundert für das Unternehmen

Vor 100 Jahren wurde Konrad Henkel geboren

Am 25. Oktober 1915, also vor 100 Jahren, wurde Dr. Konrad Henkel, Enkel des Firmengründers Fritz Henkel, geboren. Mehr als 50 Jahre stand er im Dienste des Unternehmens und hat dessen Entwicklung entscheidend geprägt: von 1961 bis 1980 als Vorsitzender der Geschäftsleitung und von 1980 bis 1990 als Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses. Danach blieb Konrad Henkel dem Unternehmen als Ehrenvorsitzender der Henkel-Gruppe bis zu seinem Tod im Jahr 1999 eng verbunden.

Der promovierte Chemiker stieg 1948 im Bereich Produktentwicklung in die Henkel & Cie GmbH ein, bevor er 1956 zum Geschäftsführer und Mitglied der Geschäftsleitung ernannt wurde. Nach dem Tod seines Bruders Dr. Jost Henkel übernahm Konrad Henkel 1961 den Vorsitz der Geschäftsleitung.

Modernisierung und Internationalisierung

„Konrad Henkel hat wichtige Weichenstellungen getroffen, die unser Unternehmen bis heute prägen“, sagt Dr. Simone Bagel-Trah, Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses von Henkel. „Er hat Henkel nicht nur moderner und internationaler aufgestellt, sondern vor allem dazu beigetragen, dass sich das Familienunternehmen auch strukturell verändert hat – nicht nur durch die Öffnung gegenüber dem Kapitalmarkt durch den Gang an die Börse im Jahr 1985, sondern auch, indem erstmals ein Manager an die Spitze der Geschäftsleitung berufen wurde, der nicht aus dem Kreis der Familie kam.“ 1980 übergab Konrad Henkel den Vorsitz der Geschäftsführung an Prof. Dr. Dr. Helmut Sihler, den ersten familienexternen Geschäftsführer der Unternehmensgeschichte.

Konrad Henkel förderte unter anderem die Einführung innovativer und moderner Marketingansätze und stärkte die Internationalisierung des Konzerns. Parallel zum Ausbau einer führenden Position in Europa kamen weitere Geschäftsaktivitäten unter anderem in Japan, Lateinamerika sowie in den USA hinzu. Um Henkel für die Herausforderungen einer internationalen Zukunft aufzustellen, brachte er grundlegende organisatorische Veränderungen auf den Weg. 1969 erfolgte die Neuordnung des Unternehmens in Sparten, Funktionen und Regionen mit einer Zentralgeschäftsführung. Ein weiterer Meilenstein: der Börsengang von Henkel im Jahr 1985. Durch die Wahl von Vorzugsaktien konnten sich erstmals familienfremde Anleger am Unternehmen beteiligen.

Als Wissenschaftler und Manager setzte Konrad Henkel früh auf ökologische und gesellschaftliche Verantwortung. Das umfasste die Entwicklung umweltschonender Produkte und Produktionsprozesse, aber auch eine besondere Verantwortung für die Mitarbeiter. „Der Henkel-Geist hat sich über viele Jahrzehnte dadurch gebildet, dass Firma und Familie immer zusammengestanden und die Mitarbeiter immer als Teil des Ganzen gesehen und gefördert haben“, so Konrad Henkel 1995 in der internen Mitarbeiterzeitung.

Konrad Henkel prägte nicht nur das Unternehmen, sondern engagierte sich auch als Privatmensch auf vielfältige Art und Weise. Er war unter anderem Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes. 1973 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Düsseldorf.

Konrad Henkel ist am 24. April 1999 im Alter von 83 Jahren in Düsseldorf verstorben.

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100 Jahre Konrad Henkel

Leben und Werdegang von Dr. Konrad Henkel

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