30.05.2016  Düsseldorf

Europäische Nachhaltigkeitswoche: Nachhaltigkeit im Fokus

Kleine Schritte – große Wirkung

Jeder von uns* verbraucht im Jahr durchschnittlich 10,6 Tonnen CO2 – das entspricht ungefähr einer Strecke von 53.000 Kilometern mit dem Auto. Zum Start der Europäischen Nachhaltigkeitswoche betrachten wir aus diesem Grund das Thema „persönlicher Fußabdruck“. Denn wussten Sie schon, wie Sie ganz leicht Ihre persönliche CO2-Bilanz errechnen können? Außerdem kommt eine Expertin zu Wort: Dr. Christa Liedtke leitet am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie die Forschungsgruppe „Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren“.

Henkel Fußabdruckrecher

Wie klimafreundlich lebe ich? Diese Frage kann jeder in nur wenigen Minuten mit Hilfe des neuen Henkel Fußabdruckrechners beantworten, der in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut entwickelt wurde.

Wie kann ich meinen CO2-Fußabdruck berechnen?

Der CO2-Fußabdruck ist ein Maß dafür, wie viele CO2-Emissionen von einer Person oder auch durch ein Unternehmen oder durch den Lebenszyklus eines Produktes verursacht werden.

Der CO2-Fußabdruckrechner von Henkel besteht aus einfachen Fragen zum persönlichen Lebensstil: zum Strom- und Wasserverbrauch, Konsumverhalten, Essgewohnheiten und zur Mobilität. So können Sie schnell ein Gefühl dafür bekommen, wie viele CO2-Emissionen durch Ihr Verhalten im Alltag entstehen. Ganz nebenbei können Sie damit auch noch die Forschung des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie zu nachhaltigen Lebensstilen unterstützen, wenn Sie wollen.

Drei Fragen an Dr. Christa Liedtke vom Wuppertal Institut

1. Reicht mein CO2-Fußabdruck, um zu erkennen, wie nachhaltig und umweltverträglich ich mich verhalte?
Sicherlich ist ein CO2-Fußabdruckrechner mit das bekannteste Messinstrument um aufzuzeigen, welche Auswirkungen unser Verhalten auf die Umwelt hat. Aber darüber hinaus gibt es noch weitere Rechner, unter anderem zur Berechnung des Verbrauchs von Wasser sowie ein Ressourcenrechner. Aus wissenschaftlicher Sicht ist grundsätzlich eine Kombination der verschiedenen Rechner sehr sinnvoll, da man nur so ein vollständiges Bild bekommt. Häufig sind die verschiedenen Auswirkungen eng miteinander verknüpft und beeinflussen einander. So gibt es die Gefahr von Problemverschiebungen: z.B. weniger Energie zu verbrauchen, aber wesentlich mehr Metalle dafür einzusetzen. Der CO2-Fußabdruck ist ein guter Startpunkt, um einmal in die Denkweise einzutauchen und die eigenen Handlungen und deren Wirkungen zu reflektieren.

2. Sie forschen zum Thema „nachhaltiger Konsum“. Wie sehen Sie die Rolle des Verbrauchers?
Zunächst ist es mir wichtig, dass hier ein Umdenken bzw. ein Perspektivwechsel stattfindet. Meiner Meinung nach herrscht oft die Vorstellung, dass der Verbraucher nur mehr Informationen benötigt, um in der Lage zu sein, auch nachhaltiger zu leben. Wenn nicht, liege es an seinem ‚Unvermögen‘. Man sollte sich vielmehr fragen: Welche Anforderungen hat jeder von uns in seinem Tagesablauf zu bewältigen und wie lassen sich darin nachhaltigere Lebensstile integrieren? Realistisch gesehen hat man gar nicht die Zeit, sich über jede Alternative intensiv zu informieren. Aus diesem Grund müssen bereits die Produkte so gestaltet sein, dass nachhaltigere Funktionen implizit sichtbar werden – beispielsweise könnte der Kühlschrank mir durch seine innere Gestaltung mitteilen, wie ich einzelne Fächer optimal nutzen kann. Eine nachhaltige Produktgestaltung und -entwicklung hat daher einen hohen Stellenwert.

3. Welchen Tipp würden Sie also einem Verbraucher geben, der seinen Lebensstil nachhaltiger gestalten möchte?
Wichtig ist, dass man einen Schritt nach dem anderen macht. Denn man kann sich viel vornehmen, aber wenn das Vorhaben zu groß ist, wird man es nicht umsetzen und ist frustriert. So etwas kann man aber trainieren wie im Sport. So fängt ein nachhaltigerer Lebensstil bei den kleinen Dingen an. Man kann sich beispielsweise bewusst seine Küchengeräte anschauen und überlegen, was man davon wirklich braucht. Meist sind mehr als 90 Prozent der Gegenstände nicht regelmäßig in Verwendung – eine Alternative wäre also, sich diese auszuleihen oder gar nicht erst zu kaufen. Für die Lagerfläche zahlt man z.B. Miete und könnte diese besser nutzen. Ganz einfache Dinge sind natürlich auch, Leitungswasser anstatt Wasser aus Flaschen zu trinken oder die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen, statt sie in den Trockner zu tun. Insgesamt ist wichtig, dass man sich langsam an ein nachhaltigeres Leben herantastet und nicht von heute auf morgen alles umstellen will. Das ist wie mit dem Lauftraining: Am Anfang schafft man vielleicht nur wenige Kilometer, doch dann werden es immer mehr – und: Man muss dranbleiben, bekommt dann aber Schritt für Schritt Erfolgserlebnisse. Diese mitzuteilen, sich auszutauschen und zu genießen, macht Spaß und ein gutes Gewissen.

Was ist die Europäische Nachhaltigkeitswoche?

Die Europäische Nachhaltigkeitswoche findet vom 30. Mai bis zum 5. Juni 2016 statt. Ziel der Initiative ist es, mit zahlreichen Aktionen auf die Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung aufmerksam zu machen. Henkel beteiligt sich hier bereits zum zweiten Mal.

*Beispiel Deutschland