27.10.2016  Düsseldorf

Themenwoche: Nachhaltige Verpackungen

Recycling auf Hochtouren

Unsere Klebstoffe müssen halten, was sie versprechen – das gilt auch für ihre Verpackung! Sie schützt das Produkt und sorgt dafür, dass die Leistung stimmt. Wie schaffen es Hersteller, Verpackungen zu entwerfen, die diesen Erwartungen gerecht werden – und gleichzeitig nachhaltig sind? Matthias Schäfer, Global Manufacturing Engineer Packaging Equipment, Technology & Sustainability im Unternehmensbereich Adhesive Technologies bei Henkel, gibt im Interview einen Einblick in das Thema.

Metylan Objektkleister

The container for the popular object paste now has a more sustainable profile thanks to its use of recycled material.

Können Sie uns ein Beispiel nennen, das den Trend hin zu nachhaltigen Verpackungen zeigt?
Ein gutes Beispiel findet sich im deutschen Markt. Die Verpackung unseres Metylan Objektkleister besteht zu 50 Prozent aus recyceltem Material und zu 50 Prozent aus gemahlenem Kunstharz. Zurzeit arbeiten wir zusammen mit einem unserer Lieferanten daran, dieses Material gezielt bei anderen Produkten zu verwenden.

Wie nachhaltig war die Verpackungsindustrie vor 15 Jahren?
Das Thema Nachhaltigkeit bei Verpackungen kam in den frühen 1990er Jahren auf. Damals entstanden die ersten Ansätze in Richtung Kreislaufwirtschaft und die ersten gesetzlichen Bestimmungen für Verpackungen und Recycling wurden eingeführt. Primär ging es darum, Verpackungen umweltverträglicher zu gestalten. Ende der 2000er Jahre weitete sich dann das Thema Nachhaltigkeit weiter aus und rückte in den Fokus.

Vor welchen Herausforderungen stehen Verpackungshersteller bei der Entwicklung nachhaltiger Verpackungen?
Wir müssen immer die gesamte Wertschöpfungskette im Blick haben, denn allein die Änderung eines Elements kann unerwartete Konsequenzen verursachen. Zudem gibt es je nach Produkt unterschiedliche technische Herausforderungen. Bei Klebstoffen zum Beispiel kann der Einsatz von verschiedenen Verpackungsmaterialien eine chemische Reaktion hervorrufen, die das Produkt in der Verpackung aushärten lässt. Auch dünne Verpackungsmaterialien können die Lebensdauer des jeweiligen Produktes verkürzen. Das ist besonders problematisch, wenn das Produkt eher gelegentlich und über einen längeren Zeitraum hinweg genutzt wird. Selbst wenn ein recycelbares Material alle Tests besteht und ohne Schwierigkeiten eingesetzt werden kann, müssen auch ausreichende Mengen dieser Materialien in entsprechender Qualität verfügbar sein.

Wie lange dauert es von der Idee bis zum verkaufsfertigen Produkt?
Das hängt von der Art und dem Umfang der Veränderung ab. Bei einer Innovation, die mit dem Kauf von Maschinen oder Spitzgießformen verbunden ist, beträgt die Projektdauer etwa 24 Monate. Verschiedene interne Fachbereiche sind in der Regel in den Entwicklungsprozess eingebunden. Die enge Zusammenarbeit mit externen Lieferanten ist ebenfalls von großer Bedeutung, da die Einführung neuer Materialien oder optimierter Herstellungsprozesse von Verpackungen stark von dieser Seite geprägt wird. Durch die Zusammenarbeit mit Lieferanten stellen wir sicher, dass Henkel Zugriff auf die neuesten Technologien und Entwicklungen hat.

Wie wird sich die Verpackungsindustrie Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren entwickeln?
Ich erwarte einen verstärkten Einsatz von hochautomatisierter Technologie im Bereich der Produktion und im Abfüllungsprozess. Außerdem rechne ich mit mehr intelligenten Verpackungen und einem weiter wachsenden Fokus auf Nachhaltigkeit. Gesellschaftliche Veränderungen werden auch Einfluss auf zukünftige Anpassungen haben.

Recycling – keine klebrige Angelegenheit

Das Recycling von anaeroben Klebstoffen ist eine echte Herausforderung: In den leeren Flaschen bleiben kleine Klebstoffmengen zurück, so dass die Flaschen von herkömmlichen Maschinen nicht wiederverwertet werden können. Um dieses Problem zu lösen, haben Mitarbeiter von Loctite Nordamerika und TerraCycle zusammengearbeitet. Henkel bietet nun als erster Klebstoffproduzent seinen Kunden Recyclinglösungen für anaerobe Verpackungsklebstoffe.

Mehr Informationen über das Programm in Nordamerika finden Sie in einem Video auf YouTube.