28.10.2016  Düsseldorf

Themenwoche: Nachhaltige Verpackungen

Innovationen entstehen nur gemeinsam

Nachhaltige Verpackungen zu entwickeln ist einfacher gesagt, als getan. Philippe Blank, Innovation and Sustainability Manager bei Henkel Beauty Care, erklärt, dass Teamarbeit entscheidend ist, um Produkte für eine nachhaltigere Zukunft zu schaffen, die somit zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft beitragen.

Henkel hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Produktportfolios in allen Unternehmensbereichen zu entwickeln. Das bedeutet, dass die Qualität der Produkte, die Leistung sowie der Wert für Kunden und Konsumenten erhalten bleibt – während der ökologische Fußabdruck reduziert wird. Gemeinsam mit Lieferanten arbeitet Henkel kontinuierlich an innovativen Lösungen, die einen Beitrag zum Produktrecycling und den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft leisten. In einem Interview mit dem Verpackungsexperten Philippe Blank, Innovation and Sustainability Manager Henkel Beauty Care, sprechen wir darüber, wie sich bei Henkel der Ansatz, nachhaltigere Produkte zu schaffen, entwickelt hat.

Der Lebenszyklus von Produkten ist ein zentrales Element der Kreislaufwirtschaft. Welchen Ansatz verfolgt Henkel, und was hat sich in den letzten Jahren verändert?
Traditionellerweise verfolgte Henkel den sogenannten „cradle-to-gate“-Ansatz (im Deutschen: „Von der Wiege bis zum Regal“): Wir haben den Nachhaltigkeitsgedanken bei der Auswahl unserer Rohstoffe, den Produktionsprozessen und in die Logistik integriert. Bei dieser Betrachtungsweise werden jedoch nicht alle Schritte, die das Produkt in der Anwendungsphase beim Verbraucher durchläuft – einschließlich der Entsorgung – berücksichtigt. Die Art und Weise, wie Konsumenten unsere Produkte verwenden und entsorgen wurde nicht betrachtet. Heute verfolgt Henkel den sogenannten „cradle-to-grave“ -Ansatz (im Deutschen: „Von der Wiege bis zur Bahre“), um den Anforderungen der Kreislaufwirtschaft gerecht zu werden. Bei dieser Herangehensweise sind die letzten Schritte beim Verbraucher entscheidend, um diesen Kreislauf zu schließen. So versuchen wir Nachhaltigkeit in jede Stufe des Produktlebenszyklus zu integrieren.

Worin liegen die Herausforderungen bei der Einführung des „cradle-to-grave“-Ansatzes?
Das Konzept der Kreislaufwirtschaft ist aktuell ein großes Thema in der Europäischen Union – und ich finde, dass auch Unternehmen diesen Ansatz intensiv fördern sollten. Aber die Tatsache, dass jedes Land über andere Entsorgungs- und Recycling-Systeme verfügt, stellt eine Herausforderung dar. Henkel kann als Markenhersteller nur bis zu einem gewissen Grad einen Beitrag leisten. Um den Kreis vollständig zu schließen, bedarf es der Zusammenarbeit aller Beteiligten dieses Ökosystems. Dies sollte sowohl von jedem Land, als auch zwischenstaatlich reguliert und gesteuert werden. Wir beobachten hier bereits einen Fortschritt, doch es liegt noch ein langer Weg vor uns. Eines ist jedoch klar: Innovationen entstehen nur gemeinsam. Daher wird Henkel auch in Zukunft noch enger mit seinen Lieferanten zusammenarbeiten, um weiter nachhaltige Verpackungslösungen zu entwickeln, die einen bedeutenden Beitrag in den Fokusfeldern unserer Nachhaltigkeitsstrategie leisten.

Wie genau funktioniert diese Zusammenarbeit?
Wir müssen neue Verpackungsmaterialien testen, um herauszufinden, welche Materialien die beste Leistung in puncto Nachhaltigkeit liefern – ohne dabei die Funktionalität und Qualität zu beeinträchtigen. Wir arbeiten in vielen Bereichen daran, unseren Konsumenten gezielte Informationen zu bieten, die ihm dabei helfen, Themen wie zum Beispiel Recycling zu erklären. Gemeinsam mit unseren Lieferanten fokussieren wir uns zudem auf Innovationen, die für die Verbraucher nicht direkt sichtbar sind, wie beispielsweise den Anteil an recycelten Kunststoffen in unseren Produkten zu erhöhen. Derartige Initiativen helfen dabei, unsere unternehmensweiten Nachhaltigkeitsziele in den nächsten Jahren zu erreichen.

In einigen Henkel-Verpackungen wird Aluminium eingesetzt – obwohl die Herstellung von Aluminium sehr viel Energie erfordert. Welchen Vorteil hat Aluminium im Vergleich zu Kunststoffen?
Schätzungen zufolge sind 75 Prozent des jemals produzierten Aluminiums noch immer in Verwendung und bleiben damit innerhalb des Systems. Da Aluminium ohne Qualitätsverlust beliebig oft recycelt werden kann, ist es ein großartiges Material für die Kreislaufwirtschaft. Verglichen mit der Neuproduktion von Aluminium werden im Recyclingprozess weniger als 10 Prozent der initialen Energie benötigt. Solchen Aspekten trägt Henkel Rechnung und hat deswegen 2013 die weltweit erste ReAlTM (Recycled Aluminum) Deo-Spraydose eingeführt. Diese Initiative, die gemeinsam mit einem unserer Lieferanten entwickelt wurde, hat uns seit der Markteinführung dabei geholfen, den CO2-Fußabdruck um etwa 14 000 Tonnen zu reduzieren.

Und wenn wir über das Recycling von Kunststoffen sprechen: Worin besteht die größte Herausforderung?
Die Herausforderung beim Recycling von Kunststoffen besteht darin, Anwendungen und Beschaffungsstrategien zu finden, die es uns erlauben, den Wert des Materials zu erhalten. Denn Kunststoffe verlieren ihre mechanischen Eigenschaften von Zyklus zu Zyklus. Unser Ziel ist es daher, passende Anwendungen und Quellen zu finden, die Kunststoffabfälle so aufwerten, dass die Qualität vergleichbar mit der von bestehenden Neumaterialien ist (Upcycling). Unsere gängigen Materialien zunehmend durch hochwertige Rezyklate zu ersetzen oder zu ergänzen, ist ein effizienter Ansatz, Kunststoffe im System zu behalten, um dadurch einem verfrühten „Downcycling“ entgegenzuwirken.

Haben Sie schon entdeckt, dass sich drei Verpackungen bei Henkel in echte Superhelden verwandelt haben?

Views:

Henkel Sustainability Heroes

Haben Sie schon entdeckt, dass sich drei Verpackungen bei Henkel in echte Superhelden verwandelt haben?

1:18 Min.

720450

Philippe Blank, Innovation und Sustainability Manager Beauty Care

Philippe Blank, Innovation and Sustainability Manager Henkel Beauty Care

DreiWetter Taft

A new technology makes it possible to reduce the thickness of the tinplate walls in Taft cans, leading to 15 percent material savings as well as a 15 percent reduction in water consumption during material processing.

Sustainable Heroes
Lernen Sie die Henkel Sustainability Heroes kennen!