08.12.2016  Krefeld

Spannende Berufe bei Henkel

Was macht eigentlich ein…?

Electronic Data Interchange Consultant, Computer Emergency Response Manager und Principal Architect for Business Intelligence – viele Berufsbezeichnungen hinterlassen oft ein großes Fragezeichen. In unserer Serie „Was macht eigentlich ein…?“ möchten wir ein paar Geheimnisse lüften und ausgefallene Berufe bei Henkel vorstellen.

Manuela Materne

Smells already fascinated Manuela Materne as a child. Today, she is one of the five in-house perfumers at the company’s perfume center, the Henkel Fragrance Center in Krefeld, Germany.

Was macht eigentlich eine… Parfümeurin bei Henkel?

Blumige und fruchtige Noten – Rose, Jasmin, Pfirsich oder Birne – mag sie besonders. Diese Düfte sind es auch, mit denen sie am liebsten „komponiert“. Schon als Kind haben sie Gerüche fasziniert. Mit der Nase bewusst zu riechen und Düfte zu erleben, ist heute ihr Beruf – viel mehr ihre Leidenschaft. Manuela Materne gehört zu den fünf Parfümeuren im unternehmenseignen Parfüm-Center, dem Henkel Fragrance Center in Krefeld. Bereits seit 60 Jahren werden hier Düfte und Aromen für Henkel-Produkte weltweit entwickelt.

Manuela Materne arbeitet seit 1995 im Fragrance Center. „Nach meiner Ausbildung zur Chemielaborantin habe ich in der Qualitätskontrolle angefangen und beispielsweise Wareneingänge analysiert – auch geruchlich“, erinnert sich die 41-Jährige. „Dabei ist mir schnell klar geworden, dass mir die Arbeit mit Düften wahnsinnig Spaß macht – und dass ich die nötige Begabung besitze.“ Und ihr Talent blieb nicht unentdeckt: 2000 begann sie ihre Parfümeursausbildung bei einer der „Supernasen“ im Henkel Fragrance Center. Denn eine einheitliche Ausbildung zum Parfümeur gibt es so nicht. Vielmehr geben erfahrene Parfümeure als Mentoren ihr Wissen an die nächste Generation weiter. Materne lernte rund 2000 Rohstoffe auswendig, studierte die Besonderheiten der Anbaugebiete und entdeckte die verschiedenen Kompositionstechniken der Parfümerie, bis sie nach vier Jahren intensiver Arbeit zur Parfümeurin berufen wurde. Eine von nur rund 1000 Parfümeuren weltweit.

Düfte für die ganze Welt

Die Kreation eines Dufts ist komplex und Ergebnis eines langen kreativen Prozesses. Aus über 1000 natürlichen und synthetischen Stoffen komponieren die Henkel-Parfümeure Düfte für Waschmittel, Reiniger, Seife oder Shampoo – für die ganze Welt. Und das ist gar nicht so einfach: „Düfte für Märkte zu entwickeln, deren Gewohnheiten und Vorlieben einem selbst nicht so vertraut sind, ist eine besondere Herausforderung“, sagt Manuela Materne. „Denn jede Kultur hat ihre eigenen Gerüche: In Frankreich assoziieren Verbraucher Frische und Sauberkeit mit dem Lavendel-Duft, die Südeuropäer mögen den Geruch von Chlor und in Deutschland steht der Duft von frisch gemähten Wiesen und Zitronen für Reinheit.“

Doch wie entsteht ein neuer Duft?

„Viele Menschen denken, wir sind Tüftler im Labor, die Tröpfchen für Tröpfchen einen Duft kreieren“, erzählt die Parfümeurin. „Doch ein Duft entsteht im Kopf.“ Wie ein Komponist, der eine Symphonie auf dem Notenblatt schreibt, kreiert Manuela Materne am Computer eine erste Formel auf Basis der gelernten Rohstoffe. Diese Zusammensetzung wird dann an eine automatische Mischanlage geschickt, in das Produkt eingearbeitet und für Anwendungs- und Geruchstests vorbereitet. Denn der Duft muss den Alltagstest bestehen: „Wir überprüfen beispielsweise, wie das Produkt selbst, die frischgewaschene feuchte Wäsche und die Kleidung nach zwei Wochen im Schrank riechen. Nur wenn alle Tests bestanden werden, ist der neue Duft fertig.“ Rund 500 Düfte entstehen jedes Jahr durch die Parfümeure in Krefeld. Ein Produkt, dem Manuela Materne eine individuelle Note verliehen hat, ist das Waschmittel Perwoll Sport.

Das Fragrance Center gehört heute zu den drei größten Herstellern für Parfümöle in Deutschland und beschäftigt rund 70 Mitarbeiter. „Die Begeisterung für Düfte ist täglich zu spüren “, sagt Manuela Materne. „Das macht die Arbeit für mich besonders.“