16.01.2019

Ein Beitrag von Hans Van Bylen, Vorstandsvorsitzender, Henkel

Plastikabfall: Wie wir gemeinsam eines der wichtigsten globalen Probleme angehen

Plastic Bank

 

Plastik ist derzeit eines der meistdiskutierten Umweltthemen weltweit. Und das aus gutem Grund. Ob Plastikabfall in Meeren, Flüssen oder an Land – es steht außer Frage: Wir müssen Plastikabfall in unserer Umwelt stoppen. Um das zu erreichen, müssen wir alle an einem Strang ziehen.

Können wir nicht einfach ganz auf Plastik verzichten?

Der komplette Verzicht auf Plastik wäre keine realistische Lösung für diese Herausforderung. Von Flüssigwaschmitteln über Shampoos bis hin zu Klebstoffen – Kunststoff spielt bei den Verpackungen unserer Produkte eine wichtige Rolle. Und das aus gutem Grund, denn das Material bietet viele Vorteile: Kunststoffe sind robust und eignen sich gut zum Schutz unserer Produkte während des Transports, der Lagerung und der Verwendung durch unsere Kunden. Sie sind leichter als alternative Materialien und verursachen so weniger Emissionen beim Transport. Außerdem ermöglichen sie Verpackungslösungen, die eine optimale Produktdosierung unterstützen oder die Sicherheit bei der Anwendung erhöhen.

Doch Kunststoffverpackungen sind in vielen Regionen der Welt zu einer Belastung für die Umwelt geworden – insbesondere in Gegenden, in denen es noch keine funktionierende Infrastruktur für den Umgang und das Recycling von Plastikabfällen gibt.

Ich bin davon überzeugt, dass Plastikabfall eine der dringlichsten Herausforderungen der Welt ist. Für diese weltweite Herausforderung müssen wir auch globale Lösungen finden. Dazu müssen wir alle einen Beitrag leisten. „Wir“, das sind alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette, die Plastik herstellen, verarbeiten und verwenden oder einsammeln und recyceln. Wir müssen global zusammen­arbeiten, um die Umwelt zu schützen. Für uns selbst und für zukünftige Generationen.

 

„Als globales Konsumgüter- und Industrie­unternehmen wollen wir dazu beitragen, dass Plastikabfall in der Umwelt gestoppt wird. Nachhaltige Lösungen für diese Heraus­forderungen können wir nur gemeinsam entwickeln, wenn wir entlang der gesamten Wert­schöpfungs­kette zusammen­arbeiten – von Zulieferern, Handels­partnern, Verbrauchern und Organisationen bis hin zu Regierungen."
Hans Van Bylen, Vorstands­vorsitzender, Henkel

Auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft

Nachhaltigkeit ist einer der Unternehmenswerte von Henkel: Wir engagieren uns für die Entwicklung und den Einsatz nachhaltiger Verpackungslösungen. Wir wollen konkrete Fortschritte erzielen und eine Kreislaufwirtschaft für Plastik vorantreiben.

Im vergangenen Jahr, 2018, haben wir unsere Verpackungsstrategie vorgestellt, die ambitionierte Ziele umfasst: Bis zum Jahr 2025 werden 100 Prozent der Produktverpackungen von Henkel recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar sein.* Im gleichen Zeitraum soll der Anteil an recyceltem Plastik in den Verpackungen für Konsumgüterprodukte in Europa bei 35 Prozent liegen.

Um diese Ziele zu erreichen und eine Kreislaufwirtschaft zu fördern, verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz. Gemeinsam mit unseren Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette konzentrieren wir uns auf drei Bereiche: die Nutzung von nachhaltigen Materialien, die Entwicklung intelligenter Verpackungsdesigns, und das Schließen des Kreislaufs. Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg, um Innovation und eine verbesserte Recyclinginfrastruktur voranzutreiben.

Eine Kreislaufwirtschaft kann nicht von einem einzelnen Unternehmen, einer einzelnen Organisation oder Regierung geschaffen werden. Sie ist eine gemeinsame Verantwortung. Eine nachhaltige Lösung wird nur dann möglich sein, wenn Akteure aus allen Phasen der Plastik-Wertschöpfungskette zusammenarbeiten. Deshalb engagiert sich Henkel in mehreren branchenübergreifenden Initiativen.

Globale Initiative „Alliance to End Plastic Waste”

Anfang 2019 haben sich daher rund 30 internationale Unternehmen aus der Wertschöpfungskette für Kunststoff und Konsumgüter in einer gemeinsamen Initiative zusammengeschlossen. Die „Alliance to End Plastic Waste“ will Ansätze für die Reduzierung und den Umgang mit Plastikabfall entwickeln und weltweit umsetzen. Außerdem wollen die Mitglieder Lösungen für gebrauchten Kunststoff schaffen, indem sie eine geschlossene Wertschöpfungskette fördern. Henkel ist stolz, ein Gründungsmitglied der Allianz zu sein.

Henkel products

 

„Unsere Entscheidung, als Gründungs­mitglied der Allianz beizu­treten, bekräftigt einmal mehr unser Engagement für eine geschlossene Wert­schöpfungs­kette für Plastik, das sich auch in unserer Verpackungs­strategie und unseren Zielen zeigt.“
Hans Van Bylen, Vorstands­vorsitzender, Henkel

Die Allianz hat über eine Milliarde US-Dollar bereitgestellt und will in den nächsten fünf Jahren 1,5 Milliarden US-Dollar investieren. Diese Mittel werden für die Entwicklung und Umsetzung von Projekten und Einzelinvestitionen verwendet, die dazu beitragen sollen, Plastikabfall in der Umwelt zu vermeiden.

Plastikabfall in Chancen verwandeln

Unsere Partnerschaft mit der Plastic Bank ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, was man gemeinsam bewirken kann. Das Sozialunternehmen hat sich das Ziel gesetzt, Plastikabfall in den Ozeanen zu bekämpfen und gleichzeitig Chancen für Menschen in Armut zu schaffen. Die Plastic Bank errichtet Sammelcenter in Ländern wie beispielsweise Haiti, in denen es keine effektive Recyclinginfrastruktur gibt. Die lokale Bevölkerung kann bei der Plastic Bank gesammeltes Plastik abgeben und gegen Geld, Sachspenden oder Sozialleistungen eintauschen. So erhält Plastik einen Wert und endet nicht in Flüssen oder Meeren. Das gesammelte Plastik wird recycelt und wieder in die Wertschöpfungskette integriert. Dieses sogenannte Social Plastic® haben wir bereits erfolgreich in ersten Produktverpackungen verwendet. Sobald mehr von diesem Plastik verfügbar ist, wollen wir es auch vermehrt in unseren Verpackungen einsetzen.

Wir beteiligen uns auch an der „New Plastics Economy“: Die Initiative der Ellen MacArthur-Stiftung bringt verschiedene Akteure an einen Tisch, um die Zukunft von Plastik zu gestalten und Impulse für eine „Circular Economy“ zu setzen. Darüber hinaus setzen wir uns in dem von dm-drogerie markt ins Leben gerufenen Rezyklatforum ein.

Zudem hat Henkel 5 Millionen britische Pfund in einen Impact-Fonds von Circularity Capital investiert, um weiterhin den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.

All diese Beispiele zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit mit starken Partnern weltweit ist. Was uns verbindet, ist unser Engagement für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft, um Plastikabfall zu stoppen. Wir stehen erst am Anfang. Doch zusammen können wir viel erreichen und den Wandel vorantreiben.
 

* mit Ausnahme von Klebstoffprodukten, bei denen Rückstände die Recyclingfähigkeit beeinträchtigen können