27.01.2022

„Corporate Sustainability in practice“ – eine Serie von The Guardian, gesponsert von Henkel

Das Rennen um die Reduzierung von Kunststoff­abfällen: Wie nah dran sind wir an nachhaltigen Verpackungen?

Different cleaning products from Henkel with sustainable packaging.

   

Dieser Artikel wurde im Jahr 2021 ursprünglich auf guardian.com im Rahmen der von Henkel gesponserten Serie „Corporate Sustainability: in practice“ (Corporate Sustainability: In der Praxis) veröffentlicht.

Die Umweltprobleme, die durch Kunststoff verursacht werden, sind gut bekannt, aber die Lösungen – von der Überwindung des Widerstands der Verbraucher:innen bis hin zur Beschaffung von ausreichend recyceltem Material – sind alles andere als einfach.

Byline: Sarah LaBrecque

Kunststoffverpackungen. Man kann das Thema mit fast jedem diskutieren und die Meinungen werden wahrscheinlich nicht positiv sein. Zu viel davon gelangt in die Ozeane und Wasserstraßen. Zu viel davon ist derzeit nicht recycelbar und stammt aus nicht erneuerbaren Ressourcen.

Aber hat Kunststoff insgesamt einen geringeren CO2-Fußabdruck als einige andere Materialien, die an seiner Stelle verwendet werden könnten? Ja, hat er. Ist er vielseitiger, kostengünstiger und in einigen Fällen sicherer als beispielsweise Glas? Ja, ist er.

Es herrscht allgemeiner Konsens darüber, dass etwas getan werden muss, um die mit Kunststoffen verbundenen Umweltprobleme zu lösen, aber bei einem so vielseitigen Material sind Lösungen nicht einfach zu finden. Und schon gar nicht auf die Schnelle.

Jemand, der das alles nur zu gut kennt, ist Dannielle Borger. Sie ist Leiterin der Abteilung für nachhaltige Verpackungen im Bereich Wasch- und Reinigungsmittel des globalen Konsumgüterunternehmens Henkel. Zu den Marken von Henkel gehören zum Beispiel Persil, Pritt und Schwarzkopf, um nur einige zu nennen. Wie die meisten großen Unternehmen setzt sich auch Henkel übergreifende Ziele, an denen sich spezifischere Strategien orientieren. „Unsere Ziele sind sehr klar und stehen für jeden bei Henkel ganz oben auf der Liste“, sagt Borger. Sie bezieht sich auf die 100-50-Null-Strategie von Henkel: Bis 2025 sollen 100 Prozent der Verpackungen wiederverwendbar oder recycelbar sein, Primärkunststoffe auf fossiler Basis um 50 Prozent reduziert werden, und es sollen keine Kunststoffabfälle mehr in der Natur anfallen. „Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung unseres Produktdesigns, um Kunststoff weiter zu reduzieren“, fügt Borger hinzu.

Und wie läuft das ab?

Dannielle Borger, Head of Sustainable Packaging for Laundry & Home Care at Henkel

   

Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unseres Produktdesigns, um den Kunststoff in den Verpackungen zu reduzieren.

Zu 100 Prozent wiederverwendbare oder recycelbare Verpackungen

Bei diesem Ziel wurden schon gute Fortschritte erzielt. Im Bereich der Wasch- und Reinigungsmittel hat Henkel laut Borger zu 86 Prozent wiederverwendbare oder recycelbare Verpackungen erreicht, ein Wert, der nicht zu weit von dem in den Bereichen Beauty und Klebstoffe entfernt ist. Aber die Umstellung dieser letzten 14 Prozent ist schwierig, fügt sie hinzu.

Flexible Verpackungen, das heißt die Verwendung von unstarren Materialien, sind ein Bereich, der auf dem Weg zur Recyclingfähigkeit noch viele Hürden überwinden muss. Diese sind in vielen Regionen nicht nur nicht recycelbar, sondern können auch die Recyclingfähigkeit anderer Verpackungen beeinträchtigen. Stellen Sie sich eine Flasche Reinigungsmittel vor, die mit einem Kunststoffetikett versehen ist. „Wenn der Kunde oder die Kundin die Kunststoffhülle nicht abnimmt, endet die ganze Verpackung einfach in der Müllverbrennung“, sagt Borger. Um dem entgegenzuwirken hat Henkel groß Anstrengungen unternommen, um die Menschen mit einem Hinweis auf der Verpackung zu ermutigen, die Kunststoffhülle zu entfernen, damit die Flasche recycelt werden kann.  Borger fügt noch hinzu, dass diese Hinweise in der EU inzwischen sogar gesetzlich vorgeschrieben sind.

Aber wäre es nicht besser, einfach alle Kunststoffhüllen wegzulassen? Ja, im Idealfall. Interessanterweise erfüllen sie einen Zweck, der mit einem anderen Nachhaltigkeitsaspekt in Verbindung steht.


Kunststoffhüllen können recycelte Verpackungen, die manchmal ein anderes farbliches Aussehen haben, attraktiver machen.

Reduzierung der Verpackungen aus Primärkunststoffen auf fossiler Basis um 50 Prozent

Wenn man recycelte Materialien in Kunststoff integriert, ist die daraus resultierende Farbe oft gräulich oder, je nach Kunststoffart, undurchsichtig. Für die Verbraucher:innen kann dies manchmal abschreckend wirken. Wenn man objektiv betrachtet die Wahl zwischen einer Flasche aus Primärkunststoff in der gewohnten weißen Farbe und einer grauen Flasche aus recyceltem Kunststoff hat, würden wir uns im Interesse einer nachhaltigeren Welt sicherlich alle für die graue Flasche entscheiden. Eine Flasche Waschmittel steht schließlich nicht als Ausstellungsstück auf dem Kaminsims. Aber Borger meint, dass viele Menschen einfach noch nicht so weit sind: „Die Verbraucher:innen sind noch nicht offen für graue Flaschen.“

Damit kommen wir zurück zu den Kunststoffhüllen. Ein ansprechend gestaltetes Etikett mit voller Abdeckung auf einer Flasche verdeckt die graue Farbe. Das scheint zwar eine Notlösung zu sein, aber erfreulicherweise werden laut Borger in Zukunft immer mehr Menschen dazu bereit sein, Kompromisse einzugehen. In Marktforschungstests hat Henkel festgestellt, dass die Gruppe der Verbraucher:innen, die man als „Öko-Enthusiasten“ bezeichnet, wächst. Als Öko-Enthusiasten werden Menschen bezeichnet, die sich immer für die nachhaltigere Option entscheiden, auch wenn dies bedeutet, dass sie bei anderen Aspekten, wie etwa der Ästhetik, Abstriche machen müssen. In einer aktuellen deutschen Studie wurden etwa 30 Prozent der befragten Kund:innen als Öko-Enthusiasten identifiziert.

Der vermehrte Einsatz von recyceltem Kunststoff in Verpackungen ist ein wichtiger Hebel bei Henkel, um das Ziel der Reduzierung von Primärkunststoffen auf fossiler Basis zu erreichen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dies über den Austausch von Materialien zu tun. „Aluminium ist ein perfektes Verpackungsmaterial für die Kreislaufwirtschaft, da es immer wieder recycelt werden kann“, sagt Philippe Blank, zuständig für nachhaltige Verpackungen und Kreislaufwirtschaft im Unternehmensbereich Beauty Care bei Henkel. Tatsächlich kann das Metall ohne Qualitätsverlust unendlich oft recycelt werden - im Gegensatz zu Kunststoff, der im Laufe der Zeit an Qualität verliert. Laut dem Industrieverband „The Aluminum Association“ sind 75 Prozent des gesamten jemals hergestellten Aluminiums noch heute im Umlauf.

Aber es ist nicht damit getan, einfach umzusteigen und zu sagen, das war's. „Der Abbau von Bauxit, dem Ausgangspunkt für die Herstellung von neuem Aluminium, ist eine ziemlich schmutzige Angelegenheit“, sagt Blank. „Die Erzeugung von Primäraluminium ist zudem ein sehr energieintensiver Prozess. Das ist also die Kehrseite der Medaille.“

Was ist also mit recyceltem Aluminium in Verpackungen? Laut Blank werden für die Herstellung von recyceltem Aluminium im Vergleich zu Primäraluminium weniger als 10 Prozent der Energie benötigt. „Recyceltes Aluminium hat einen enormen Vorteil in Bezug auf den Fußabdruck.“

Vor diesem Hintergrund hat Henkel beschlossen, sein gesamtes Portfolio an Tuben für Haarfärbemittel nach und nach von Primär- auf recyceltes Aluminium umzustellen – und dies bei allen Marken.

Keine Plastikabfälle mehr in der Natur

Während die ersten beiden Ziele einfach zu beziffern sind, ist es deutlich schwieriger zu kontrollieren, was am Ende in die Natur gelangt und was nicht. Borger sagt jedoch, dass Fortschritte bei den ersten beiden Zielen automatisch bedeuten, dass es auch beim dritten Ziel voran geht. In gewissem Maße wird dies zutreffen. Aber die Wirtschaft hat nicht die letzte Kontrolle über die staatlichen Abfallwirtschaftssysteme oder die Entscheidungen der Verbraucher:innen.

Das führt uns zu Plastic Bank. Das Sozialunternehmen ist in Küstengebieten überall auf der ganzen Welt tätig und ermöglicht Gemeinden in benachteiligten Regionen, Kunststoffabfälle in und um Wasserwege zu sammeln. Für den Abfall erhalten die Sammler:innen dann eine Prämie, die ihnen hilft, die Grundbedürfnisse ihrer Familien, zum Beispiel Lebensmittel, Brennstoff zum Kochen, Schulgeld und Krankenversicherung, zu decken. Anschließend wird der Abfall von den Partnerunternehmen der Plastic Bank wie Henkel, SC Johnson und Aldi zur Verwendung in ihren Verpackungen verarbeitet.


Plastic Bank bietet Menschen in benachteiligten Küstenregionen ein regelmäßiges Einkommen.

Für große Unternehmen, die eine direkte Versorgung mit recycelten Materialien sicherstellen möchten, bietet eine Partnerschaft mit Plastic Bank diese Möglichkeit. Denn, wie Borger sagt: „Die Nachfrage nach recyceltem [Kunststoff] ist sehr hoch, aber die Materialien sind einfach nicht verfügbar. Oder nicht in der Qualität verfügbar, die wir uns wünschen.“

Auf dem Weg zur Reduzierung von Kunststoff in den Lieferketten von Unternehmen ist es einfach, sich auf Zahlen, Ziele und Strategien zu konzentrieren. Aber für David Katz, Gründer und CEO der Plastic Bank, geht es nicht um allgemein gehaltene Ziele oder Unternehmensversprechen. Obwohl er regelmäßig mit Führungskräften aus der Wirtschaft zu tun hat – wenn auch in erster Linie aus Familienunternehmen wie Henkel, wie er betont – geht es für ihn um Paradigmenwechsel und nicht um Firmenpolitik und Prozentzahlen.

„Wir sind Pioniere einer regenerativen Wirtschaft“, sagt er und weist darauf hin, dass er Plastic Bank in diese Kategorie und nicht in die Kategorie Kreislaufwirtschaft einordnen würde. „Denn Kreislaufwirtschaft bedeutet, keinen weiteren Schaden anzurichten, aber wir sind über diesen Punkt hinaus. Es wurde schon so viel Schaden angerichtet, dass wir ihn dringend reparieren müssen.“

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