27.01.2022

„Corporate Sustainability in practice“ – eine Serie von The Guardian, gesponsert von Henkel

Gesichtsmasken, PPE und Wegwerfbesteck – wie geht es für nachhaltige Verpackungen nach Covid weiter?

A woman carries reusable packaging

   

Dieser Artikel wurde ursprünglich im Jahr 2021 auf guardian.com im Rahmen der von Henkel gesponserten Serie „Corporate Sustainability: in practice“ (Corporate Sustainability: In der Praxis) veröffentlicht.

Die globale Pandemie trieb das Verbraucherverhalten zurück in Richtung Einwegkunststoff, um Kontaminationen zu vermeiden. Wie können also kurzfristige Hygieneanforderungen mit langfristigen Nachhaltigkeitszielen in Einklang gebracht werden?

Byline: Sarah LaBrecque

In den letzten fünf bis zehn Jahren hat die Verpackungsindustrie eine Art Renaissance erlebt. Wo früher Nachhaltigkeit eher ein Zusatz war, arbeiten heute viele Unternehmen hinter den Kulissen eifrig daran, ihre Verpackungen umweltfreundlicher zu gestalten. Und obwohl es noch viel zu tun gibt – die Recyclingquote von Kunststoffverpackungen in Europa lag im Jahr 2021 bei nur 40 Prozent – bescheinigt ein Bericht von McKinsey aus dem Jahr 2020, dass Nachhaltigkeit tatsächlich einen erheblichen Wandel bei Verbraucherverpackungen bewirkt. „Die Regulierungsbehörden widmen sich dieser Frage, und Konsumgüterunternehmen und Einzelhändler gehen proaktiv klare Verpflichtungen ein, um sowohl die Nachhaltigkeit ihrer Verpackungen zu verbessern als auch ihre Verpackungssysteme grundlegend zu überdenken“, heißt es in dem Bericht.

Dann kam die Pandemie. Plötzlich – und aus gutem Grund – übertrumpfte das Thema Hygiene alle anderen Bedenken. Die Nachhaltigkeit wurde der Sicherheit untergeordnet und die Verwendung von Einwegkunststoffen begann zu steigen. Eine im Juli 2020 von der Europäischen Umweltagentur zitierte Umfrage in Frankreich ergab beispielsweise, dass 5 Prozent der Menschen Einweg-Gesichtsmasken auf öffentliche Straßen geworfen hatten. Außerdem berichtete der britische Verband für Lebensmittelverpackungen (Foodservice Packaging Association) im April 2021, dass die Nachfrage an Einwegbechern und Besteck – einige der Einwegplastikgegenstände, die an Stränden und auf dem Land mit am häufigsten vorgefundenen werden – stark gestiegen seien.

Brandi Schuster, Head of Market and Customer Activation for Packaging Adhesives at Henkel

   

Verpackungen bleiben. Die Frage ist also, was wir tun können, um sie nachhaltiger zu machen?“

„Die Pandemie war eine Art Wendepunkt für die Verpackungsindustrie“, sagt Brandi Schuster, Head of Market and Customer Activation für Packaging Adhesives beim globalen Chemie- und Konsumgüterunternehmen Henkel. „Denn es gibt zwei Möglichkeiten, wie wir vorgehen können. Man könnte sagen, gut, wir haben jetzt noch ein paar Jahre Zeit, da die Menschen wieder auf Einweg setzen und das ist gut für uns. Oder wir können diese Dynamik nutzen, um die Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben.“ Schuster hofft, dass die Öffentlichkeit den Wert, den Verpackungen bringen, erkennt – ihre Fähigkeit, Lebensmittel und Medikamente frisch und sicher zu halten – und dass dies zu einer veränderten Wahrnehmung führt: dass Verpackungen ein notwendiger Bestandteil des modernen Lebens sind und dass die Bemühungen, sie nachhaltiger zu gestalten, schnell fortgesetzt werden sollten.

„Es ist völlig klar, dass die Zukunft ein neues Gleichgewicht zwischen verantwortungsvoller Wiederverwendung und vernünftigem Einmalgebrauch sein wird. Diese Pandemie hat uns jedoch gezeigt, dass wir einen gewissen Prozentsatz an Einwegverpackungen brauchen werden“, sagt Roberta Colotta, Hauptkoordinatorin von 360° Foodservice, einem Handelsverband, der Unternehmen in der Lebensmittelverpackungsbranche vertritt. „Insgesamt geht die Entwicklung jedoch in Richtung wiederverwendbarer, recycelbarer oder kompostierbarer Verpackungen.“ So sehr, dass sich 360° Foodservice als Vertreter derjenigen positioniert hat, die in diesem Bereich Pionierarbeit leisten – Hersteller, Händler, Anwender usw. – sowie derjenigen, die sich für die Erreichung dieser Ziele einsetzen. „Wir wissen, dass sich die Welt verändert; die Wiederverwendung wird Teil der Zukunft sein“, sagt Colotta. „Unsere Mitglieder sind sich dessen bewusst und verstehen es vollkommen.“

Zu den Mitgliedern des Verbandes gehört auch das Unternehmen Henkel, das Klebstoffe und Beschichtungen herstellt, die für die Herstellung von Verpackungen erforderlich sind. Diese Klebstoffe sind in Blisterverpackungen für pharmazeutische Produkte, in Etiketten auf PET-Flaschen und in Papierstrohhalmen zu finden, sowie in der Beschichtung von Kaffeebechern aus Papier, um den Inhalt warm zu halten und gleichzeitig die Hände des Trinkenden zu schützen.

Eine gemeinsame Antwort

Obwohl Nachhaltigkeit zunehmend in das Verpackungsdesign einfließt und die Gesetzgebung einen Wandel des Sektors vorantreibt, wird in der Wertschöpfungskette nicht immer gemeinsam gehandelt. Im Juli 2021 trat im Rahmen der Richtlinie für Einwegprodukte (SUP) ein EU-weites Verbot von 10 Arten von Einwegprodukten in Kraft, darunter bestimmte Verpackungen aus oder mit Kunststoffen. Zu den verbotenen Produkten gehören unter anderem einige Einweg-Plastiktüten, Plastikteller, Lebensmittel- und Getränkebehälter aus expandiertem Polystyrol, Rührstäbchen, Besteck und Strohhalme. Für die Verbraucher:innen mag dies wie eine einfache Änderung klingen, aber wie bei allen Verpackungsprodukten ist es in der Praxis kompliziert und die Branche muss mit unbeabsichtigten Folgen rechnen. Nehmen wir zum Beispiel Strohhalme. Da immer mehr Strohhalme aus Papier auf den Markt kommen, hat 360° Foodservice festgestellt, dass einige Produkte, die auf den EU-Markt kommen, nicht den EU Gesundheits- und Sicherheitsstandards entsprechen. „Unsichere Alternativen kommen meist von außerhalb Europas“, sagt Colotta.


Einige Papierstrohhalme erfüllen die Gesundheits- und Sicherheitsstandards nicht.

Als Reaktion darauf hat die Handelsorganisation die Initiative Quality Straws entwickelt, die auch von Henkel unterzeichnet wurde. Unternehmen in der Lieferkette für Papierstrohhalme, die diese Initiative unterzeichnen, verpflichten sich, alle Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften der EU vollständig einzuhalten. 360° Foodservice hat ein Etikett eingeführt, das Unterzeichner:innen auf ihren Produkten anbringen können, um diese Einhaltung zu kennzeichnen. Eine Marktüberwachung wird folgen.

Der Gesetzgebung einen Schritt voraus

Elodie Picard ist Global Head of Market Strategy für Klebebänder und Etiketten Adhesive Technologies bei Henkel und eine der Ansprechpartnerinnen in ihrer Abteilung für nachhaltige Verpackungen. Sie sagt, dass Henkel auf die SUP-Richtlinie mehr als vorbereitet ist: „Daran arbeiten wir schon seit vielen Monaten und sogar Jahren.“ Schuster fügt hinzu, dass das Unternehmen insgesamt Änderungen vornimmt, um Trends und gesellschaftliche Veränderungen zu antizipieren, und nicht erst, um auf gesetzliche Vorschriften zu reagieren.  Man arbeitet mit Partnern zusammen, um Verpackungen von Anfang an neu zu gestalten, oder – im Fall von Papierstrohhalmen, die einen Klebstoff benötigen, um das spiralförmige Papier zusammenzuhalten – um sichere Klebstoffe zu entwickeln, die mit Recyclingsystemen kompatibel sind.

Elodie Picard, Global Head of Market Strategy for Tapes and Labels at Henkel Packaging Adhesives

   

Ich glaube, auf dem Markt hat ein großer Wandel stattgefunden und wir werden nicht mehr zum früheren Zustand zurückkehren.

Weiter voranschreiten

Auch wenn die Pandemie zu einem Anstieg der Verwendung von Einwegkunststoff und anderen Verpackungen geführt hat, vermutet Picard, dass die Meinung von führenden Vertretern, die in der Wertschöpfungskette eingebunden sind, ist, dass es sich dabei um eine vorübergehende Erscheinung handelt. Und vielleicht hat die Pandemie auf lange Sicht sogar die Forderung nach nachhaltigeren und sichereren Verpackungen gestärkt, indem sie die Abhängigkeit der Gesellschaft von einer bestimmten Menge dieser Gegenstände ins Rampenlicht gerückt hat.

Klicken Sie hier, um mehr darüber zu erfahren, wie Henkel an der Schaffung einer Kreislaufwirtschaft für seine Verpackungen arbeitet.