27.01.2022

„Corporate Sustainability in practice“ – eine Serie von The Guardian, gesponsert von Henkel

Palmöl: Warum eine „nachhaltige globale Lieferkette“ Kleinbauern einbeziehen muss

Farmers at work on an oil palm plantation.

   

Dieser Artikel wurde im Jahr 2021 ursprünglich auf guardian.com im Rahmen der von Henkel gesponserten Serie „Corporate Sustainability: in practice“ (Corporate Sustainability: In der Praxis) veröffentlicht.

Um die Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Palmöl-Lieferkette zu verbessern, müssen Industrie und Basisbewegungen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Kleinbauern und -bäuerinnen, die das Öl produzieren, nicht übersehen werden.

Byline: Sarah LaBrecque

Wenn man sich eine Luftaufnahme einer Palmölplantage anschaut, wirkt sie wie ein Labyrinth. Die Wege schlängeln sich zwischen Reihen von Ölpalmen hindurch, ohne dass es eine große Artenvielfalt oder landschaftliche Abwechslung gibt. Für Außenstehende erscheint die Plantage riesig, undurchdringlich und undurchsichtig. In gewisser Weise spiegelt dies die gesamte Lieferkette von Palmöl wider.

„Es ist die komplexeste Sache, die es gibt“, sagt Christine Schneider, Senior Manager für Nachhaltigkeit im Unternehmensbereich Laundry & Home Care bei Henkel und Palmöl-Expertin. Sie fügt hinzu, dass Kollegen und Kolleginnen, mit denen sie seit Jahren zusammenarbeitet, sich immer noch an sie wenden, wenn sie Fragen zur Palmöl-Lieferkette haben. Schneider verfügt über 10 Jahre Erfahrung in diesem Bereich bei Henkel und ist eine der „Go-to“-Expertinnen des Unternehmens.

Aufgrund der Komplexität der Lieferkette kann es ein langer und steiniger Weg sein, die Bedürfnisse, Wünsche und Probleme derjenigen zu verstehen, die am Anfang der Kette stehen – die Landwirte und Landwirtinnen, die die Früchte produzieren und ernten. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die normalerweise keinen direkten Kontakt zu den Landwirt:innen haben. Außerdem ist es möglicherweise noch schwieriger, diejenigen zu erreichen, die in Kleinbetrieben und nicht auf größeren Plantagen arbeiten, da ihre Arbeit oft verstreut und informeller Natur ist (es ist eher unwahrscheinlich, dass sie in organisierte Netzwerke eingebunden sind).

Ein erheblicher Anteil des Palmöls wird jedoch von Kleinbauern und -bäuerinnen produziert, nämlich etwa 40 Prozent der weltweiten Gesamtmenge. Daher ist es entscheidend, dass Programme und Richtlinien vorhanden sind, um faire Arbeitsbedingungen für diese Landwirt:innen zu gewährleisten.


Etwa 40 Prozent der weltweiten Gesamtmenge des Palmöls wird von Kleinbauern und -bäuerinnen produziert.

Wie wird das erreicht?

Eine Möglichkeit ist die Zertifizierung. Marieke Leegwater, internationale Programmkoordinatorin für die gemeinnützige Organisation Solidaridad, sagt, dass Palmöl-Kleinbauern und -bäuerinnen in der Regel nicht über ein hohes Maß an finanziellen oder wirtschaftlichen Kenntnissen verfügen. Das bedeutet, dass sie häufig nicht Teil der internationalen Zertifizierungen für nachhaltige Beschaffung sind, wie sie beispielsweise vom Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) betrieben werden, die dazu beitragen sollen, Umwelt- und Arbeitsrechtsverletzungen einzudämmen.

Aus diesem Grund wurde vom RSPO eine spezifische Zertifizierung für diese Gruppe entwickelt. Leegwater ist Vorsitzende des RSPO Smallholder Standing Committee und sagt, dass sie hart dafür gekämpft hat, die neue Zertifizierung einzusetzen. Sie wurde 2019 eingeführt, und obwohl sie stark vereinfacht wurde, gibt es immer noch eine Menge zu beachten, auch wenn es um einen relativ einfachen Vorgang geht.

Die Zertifizierung konzentriert sich auf die Richtlinie „Keine Abholzung, kein Torf, keine Ausbeutung“ (No deforestation, no peat, no exploitation, NDPE), die zunehmend von Palmölproduzenten umgesetzt wird, um eine nachhaltige Produktion zu schaffen. „Aber um die Einhaltung der Richtlinien nachzuweisen“, sagt Leegwater, „braucht man eine gut organisierte Verwaltung. Ein Managementsystem für Gruppen.“ Und das haben Kleinbauern und -bäuerinnen oft nicht. Dennoch gibt es Fortschritte. Seit Juli 2021 wurden 55 unabhängige Kleinbauern und -bäuerinnen zertifiziert, die mehr als 460.000 Hektar Fläche bewirtschaften.

Für große Unternehmen sind Zertifizierungen ein nützliches Mittel, um die Nachhaltigkeit der von ihnen bezogenen Palmölprodukte sicherzustellen. Da jedoch eine beträchtliche Anzahl von Kleinbauern und -bäuerinnen noch nicht zertifiziert ist, sind andere Methoden erforderlich, um sie zum Engagement in diese Richtung zu ermutigen.

Henkel verwendet Palmöl und insbesondere Palmkernöl als Basis für Inhaltsstoffe in Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetikprodukten – allerdings weniger als 0,2 Prozent der weltweit produzierten Menge. Im Rahmen seines Engagements für Nachhaltigkeit hat das Unternehmen gemeinsam mit Solidaridad Programme entwickelt, die Kleinbauern und -bäuerinnen nicht nur dabei unterstützen, sich zertifizieren zu lassen, sondern auch ihren Lebensunterhalt zu verbessern und ihre Erträge zu steigern, während sie gleichzeitig die besten landwirtschaftlichen Praktiken einhalten und die Natur schützen.

Die gemeinnützige Organisation Solidaridad agiert als Brücke zwischen den Arbeitenden in den Lieferketten der Landwirtschaft, des Bergbaus und den Unternehmen, die auf die Früchte ihrer Arbeit angewiesen sind. Diese Vor-Ort-Präsenz ist für Henkel von entscheidender Bedeutung, so Schneider, da diese Aufgabe nicht allein bewältigt werden kann. „Leegwater ist meine Sparringspartnerin“, sagt sie und verweist auf die enge Zusammenarbeit, die sie seit 10 Jahren mit Leegwater pflegt.

Christine Schneider, responsible for sustainable product innovations for Laundry & Home Care at Henkel and palm oil expert

   

Durch Kooperationen mit gemeinnützigen Organisationen, wie Solidaridad, können verschiedene Projekte zur Unterstützung der Kleinbauern realisiert werden.

   
Durch diese Zusammenarbeit wurden verschiedene Projekte zur Unterstützung der Existenzgrundlage von Kleinbauern und -bäuerinnen in sieben Ländern umgesetzt, darunter Kolumbien, Nigeria, Ghana und Indonesien. Neben dem Aufbau von Baumschulen für neue ertragreiche Sorten werden Frauen und junge Menschen in Agrarwirtschaft und Unternehmertum geschult.

Bei dem Projekt in Kolumbien hat es fünf Jahre gedauert, bis man an dem Punkt angelangt war, von dem man laut Schneider lange Zeit „geträumt“ hat. Dort wurde erfolgreich damit begonnen, das von den dortigen Kleinbauern und -bäuerinnen bezogene Palmöl und Palmkernöl mit einem ihrer Zulieferbetriebe in den USA zu verknüpfen. „Das ist unser größtes Ziel“, sagt sie. „Dass wir unsere eigene Versorgung sicherstellen.“

Mit dem Projekt in Kolumbien geht man nun den nächsten Schritt. Eine mobile App namens Farming Solution, die von Solidaridad entwickelt wurde und von Henkel unterstützt wird, bietet den Landwirt:innen, die an dem Projekt teilnehmen, maßgeschneiderte Empfehlungen für eine effizientere und nachhaltigere Produktion. Sie spielt auch eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung der „Last Mile“ in internationalen Lieferketten, um nachhaltige Produkte vom landwirtschaftlichen Betrieb bis ins Regal zu gewährleisten.

Da das Unternehmen in der Lage ist, das Palmöl bis zu den Kleinbauern und -bäuerinnen zurückzuverfolgen, die die Früchte für die Herstellung geerntet haben, hat es einen direkten Einblick in die Behandlung dieser Arbeitskräfte und in die Anbaumethoden.


Henkel kann das Palmöl bis zu den Kleinbauern und -bäuerinnen zurückverfolgen, deren Früchte für die Herstellung verwendet wurden.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es, um Transparenz innerhalb der Lieferkette zu gewährleisten? Katrin Feyerabend ist die globale Leiterin für Sustainability Purchasing bei Henkel und sagt, ein weiterer Hebel sei die Zusammenarbeit mit Action for Sustainable Derivatives (ASD), einer branchenübergreifenden Initiative, die Unternehmen aus den Bereichen Kosmetik, Haushaltsreinigung und Körperpflege sowie aus der oleochemischen Industrie zusammenbringt. „Die Initiative hilft uns wirklich dabei, unsere Lieferkette abzubilden und Transparenz zu schaffen, wozu wir als Henkel allein nicht in der Lage wären“, sagt sie.

Aber es gibt immer noch viel zu tun. Innerhalb der Palmöl-Lieferkette ist die Gewährleistung einer besseren Rückverfolgbarkeit ein wichtiger Schwerpunkt. Durch die Verbesserung der Rückverfolgbarkeit wird die Sichtbarkeit erhöht. Damit können auch die Lebensbedingungen und der Lebensunterhalt der Arbeitenden verbessert werden. Es bleibt zu hoffen, dass durch branchenübergreifende Initiativen, Partnerschaften und vor allem durch den Willen engagierter Mitarbeiter:innen die Bauern und Bäuerinnen am Ende der Kette auch erreicht werden.

Klicken Sie hier, um mehr über wegweisende Technologien zu erfahren, die die Nachhaltigkeit in der Palmöl-Lieferkette voranbringen.