27.01.2022

„Corporate Sustainability in practice“ – eine Serie von The Guardian, gesponsert von Henkel

„Recycelbar“: Das neueste Must-have für Verpackungen in der Beauty-Branche

Sustainable packaging for the Nature Box range from Henkel

   

Dieser Artikel wurde im Jahr 2021 ursprünglich auf guardian.com im Rahmen der von Henkel gesponserten Serie „Corporate Sustainability: in practice“ (Corporate Sustainability: In der Praxis) veröffentlicht.

Marken für Kosmetik- und Hautpflegeprodukte legen immer mehr Wert darauf, ihren Beitrag zu Nachhaltigkeit hervorzuheben. Laut Sarah LaBrecque steckt jedoch eine komplexe Geschichte hinter den Kennzeichnungen, die auf allen möglichen Produkten – von Shampoo-Flaschen bis hin zu Zahnpastatuben – zu finden sind.

Byline: Sarah LaBrecque

„Recycelt“.
„Diese Flasche besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff, der aus Flüssen und Küstengebieten gesammelt wurde.“
„Flasche aus 25 Prozent recyceltem Kunststoff.“
„Diese Flasche enthält 20 Prozent recycelten Kunststoff, wodurch jährlich 270 Tonnen neuen Kunststoffs eingespart werden.“

Vom Produkt beim Discounter bis hin zum High-End-Produkt finden sich solche Angaben immer häufiger auf den Etiketten von Beauty- und Körperpflegeartikeln. Es wird geschätzt, dass die Kosmetikindustrie jährlich Milliarden von Verpackungseinheiten produziert und einige der schwierigsten Produkte hat, was die verantwortungsvolle Entsorgung angeht. Diese Stäbchen, Schwämme, Düsen und Tuben haben eine Menge zu leisten. Aber einige große Akteure der Beauty-Branche sind sich durchaus bewusst, dass die Klima- und Biodiversitätskrise auf niemanden warten wird, und dass sie die Verantwortung haben, ihr entgegenzuwirken.

Und während die Nachfrage der Verbraucher:innen nach nachhaltigeren Optionen bereits vor der Pandemie zunahm, wird dies noch wichtiger werden, wenn dieser Sektor wieder an Stärke gewinnt. Die Einzelhandelsumsätze in der Beauty-Branche gingen 2020 um 15 Prozent zurück. Expert:innen gehen jedoch im Jahr 2022 von einer Rückkehr zum Wachstum aus, wobei Nachhaltigkeit eine der wichtigsten Prioritäten sein wird.

Im Rahmen dieser Entwicklung werden verschiedene Strategien angewendet – von Nachfülllösungen und dem Wechsel von Verpackungsmaterialien bis hin zur Priorisierung von Inhaltsstoffen aus erneuerbaren Quellen. Einer der wichtigsten Ansätze ist hier die Verwendung von recyceltem Kunststoff in Verpackungen. Dies ist Teil eines umfassenderen Ziels, das sich viele große Unternehmen der Beauty-Branche gesetzt haben, um die Menge an neuem, auf fossilen Rohstoffen basierendem Kunststoff, in ihren Lieferketten zu reduzieren. So hat sich beispielsweise Henkel, das Konsumgüterunternehmen mit Marken wie Schwarzkopf, Fa und Nature Box, zu einer Reduzierung um 50 Prozent bis 2025 verpflichtet.  

Mit Marken wie Fa und Nature Box möchte Henkel bis 2025 den Anteil von neuen Kunststoffen in den Verpackungen um 50 Prozent reduzieren.

Für Verbraucher:innen, die auf der Suche nach leicht verständlichen Nachhaltigkeitsindikatoren sind, scheint der Stempel „aus recyceltem Material“ ziemlich eindeutig zu sein. Und bei Beauty-Verpackungen ist es fast schon zum Standard geworden. Eine von Euromonitor International durchgeführte Analyse ergab, dass die Angabe „recycelt“ die bei weitem am häufigsten verwendete Nachhaltigkeitsangabe für Verpackungen ist. Sie wird weltweit auf Verpackungen von Hautpflegemarken verwendet, und zwar 8,5 Mal häufiger als die Angabe „recycelbar“.

Doch welche Komplexität steckt hinter diesen Versprechungen zu rezyklierten Materialien? Wie sich herausstellt, eine ganze Menge. „Letztendlich handelt es sich um Abfall, der in die Produktverpackungen zurückgeführt wird, und das bringt viele Herausforderungen mit sich“, sagte Sandra Breuer, Head of Sustainability Transformation für den Unternehmensbereich Beauty Care bei Henkel.

Abgesehen von der Beschaffung und Verarbeitung hat sich in letzter Zeit gezeigt, dass die Branche Standards für die Formulierung und Qualität von recyceltem Kunststoff benötigt. Dies gilt insbesondere für die Verwendung in Kosmetika und anderen Produkten wie Haushaltsreinigern. Verpackungen müssen in Bezug auf Gesundheit und Umweltschutz unbedenklich sein. Besonders wichtig ist das für die Beauty-Branche, wo die Produkte mit der Haut in Berührung kommen und oft im Waschbecken ausgespült werden. Solche Standards gibt es bereits für recycelte Kunststoffe, die für Lebensmittelverpackungen bestimmt sind – sogenannte „lebensmittelechte“ Kunststoffe –, aber nicht für recycelte Kunststoffe in Shampoo-Flaschen.

Hier kommt CosPaTox (Kosmetika, Verpackung und Toxikologie) ins Spiel, ein im März 2021 gegründetes Branchenkonsortium. Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Sicherheitsstandards für Post-Consumer-Rezyklat (PCR) für Kosmetik- und Reinigungsmittelverpackungen zu entwickeln, und ihre Arbeitsweise ist sehr stark auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wie zeigt sich das? „Je mehr Unternehmen sicher sein können, dass PCR sicher und hochwertig ist, desto mehr Unternehmen werden es verwenden“, sagt Doris Peters, Projektleiterin bei CosPaTox. „Für eine Shampoo-Flasche oder einen Behälter für Bodenreiniger ist der Lebensmittelstandard für recycelten Kunststoff nicht wirklich erforderlich“, erklärt sie. Aber da einige Unternehmen kein Risiko eingehen wollen, setzen sie ihn trotzdem ein. Das bedeutet, dass sich überschüssiger recycelter Kunststoff, der nicht lebensmitteltauglich ist, anhäufen könnte. Ohne einen Standard „sammeln wir diese riesige Menge an recycelten Kunststoffen, aber wir können sie nicht verwenden, weil sie nicht den sehr hohen Lebensmittelstandards entsprechen“, sagt Doris Peters.

Auf welche Arten von unerwünschten Stoffen achtet CosPaTox bei PCR? Zum einen geht es um Chemikalien, die mit wiederverwertetem Harz geliefert werden und die sich negativ auf die Haut auswirken können, so Peters. „Wir achten auch auf Materialien, die auffällig beim Geruch sind. Das kann ein Problem sein, wenn recycelte Materialien verwendet werden.“

Was haben Unternehmen in Ermangelung branchenweiter Standards getan? Peters sagt, dass größere Unternehmen ihre eigenen toxikologischen Standards mit eigenen internen Tests haben. Dennoch unterstützen große Unternehmen wie Henkel die Entwicklung branchenweiter Standards. „Henkel war sehr aktiv an der Gründung von CosPaTox beteiligt“, sagt sie.

Sandra Breuer, Head of Sustainability Transformation at Henkel Beauty Care

   

Das Nature Box-Sortiment wurde im Jahr 2021 mit 98 Prozent Recyclinganteil in den Flaschenkörpern neu aufgelegt. Und zum Jahresende 2021 besteht sie zu 100 Prozent aus recyceltem Material.

   
Henkel arbeitet seit einigen Jahren daran, recycelten Kunststoff in sein Portfolio aufzunehmen. Das Nature Box-Sortiment – seine „Flaggschiff-Marke für Nachhaltigkeit“, so Breuer – wurde im Jahr 2021 mit 98 Prozent Recyclinganteil in den Flaschenkörpern neu aufgelegt. Und zum Jahresende 2021 besteht sie zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Es handelt sich dabei nicht nur um alten recycelten Kunststoff. Henkel bezeichnet dies als Social Plastic®, das über die gemeinnützige Organisation Plastic Bank aus Küstengebieten in aller Welt gewonnen wird.

Recycelter Kunststoff ist erst der Anfang

Für einen so winzigen Stempel auf einem Produktetikett ist die Welt des recycelten Kunststoffs unglaublich komplex. Und dies ist nur ein Aspekt der Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die sich hinter den alltäglichen Produkten im heimischen Badezimmer verbergen.

Metin Tantalkaya ist weltweit für Gesundheit, Sicherheit, Umweltqualität und Nachhaltigkeit für den Unternehmensbereich Beauty Care bei Henkel zuständig. Jeden Monat sichtet er die Berichte aus den Werken auf der ganzen Welt: Daten zu Wasser, Abfall und CO2-Emissionen. „Wir versuchen immer, zu reduzieren, zu reduzieren, zu reduzieren“, sagt Tantalkaya und nennt die unternehmensweiten Ziele, die den Hintergrund für alles bilden, was er und seine Kolleg:innen im Alltag tun. Pro Tonne Produkt will Henkel bis 2025 die CO2-Emissionen um 65 Prozent, den Abfall um 50 Prozent und den Wasserverbrauch um 35 Prozent senken.

Um diese Zahlen zu erreichen, verbringt Tantalkaya seine Tage damit, zu analysieren, welche Maßnahmen machbar sind, was gut funktioniert und was nicht, und wie Henkel mit anderen Stakeholdern zusammenarbeiten kann. Während er sich an einem Tag auf Konzernebene mit den wichtigsten Nachhaltigkeitszielen beschäftigt, arbeitet er am nächsten Tag an der Frage, wie sich der Wasserverbrauch in den Maschinen zur Herstellung von Haarfarben reduzieren lässt.

Obwohl das Unternehmen hinter verschlossenen Türen erhebliche Anstrengungen unternimmt, um die Emissionen und den gesamten ökologischen Fußabdruck zu verringern, betont Tantalkaya die wichtige Rolle, die die Verbraucher:innen in diesem Bestreben ebenfalls spielen. Im Fall von Wasser – sowohl beim Gesamtverbrauch als auch bei den Emissionen, die im Zusammenhang mit der Erwärmung entstehen – haben viele Beauty-Produkte in der Nutzungsphase einen großen Fußabdruck. Schließlich waschen wir unser Gesicht und unseren Körper in der Regel mit warmem, fließendem Wasser. Und so entfallen schätzungsweise 80 Prozent der Wasser- und Kohlendioxidmissionen, die mit einigen Beauty-Produkten verbunden sind, auf die Gebrauchsphase, sagt er.

Seine abschließende Botschaft? Achten Sie auf die Stempel auf den Produkten, die darauf hinweisen, dass konzertierte Maßnahmen ergriffen werden, um die Nachhaltigkeit Ihrer Beauty-Produkte zu verbessern, aber ändern Sie auch Ihr Verhalten. „Es sollte für uns alle eine selbstverständliche Gewohnheit sein, respektvoll mit der Umwelt umzugehen.“

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Plastic Bank: 1 Milliarde Flaschen und mehr

David Katz ist auf einer Mission. Eine Mission, die nicht nur darin besteht, Strände und Küstengebiete von Plastikmüll zu befreien, sondern auch darin, eine regenerative Gesellschaft zu schaffen. Er ist Gründer und CEO von Plastic Bank, einem 2013 gegründeten Sozialunternehmen, das benachteiligten Gemeinden durch das Sammeln von Kunststoffabfällen Arbeit verschaffen und Unternehmen dabei helfen will, den Anteil an recyceltem Kunststoff in ihren Lieferketten zu steigern.

Es funktioniert in etwa so: In Brasilien, Indonesien, den Philippinen und seit Kurzem auch in Ägypten sammeln die Menschen Kunststoffabfälle an Wasserstraßen und Küstengebieten und bringen sie zu einer zentralen Sammelstelle der Plastic Bank. Die Sammler:innen erhalten dann eine Prämie für die von ihnen gesammelten Materialien, die ihnen hilft, die Grundbedürfnisse ihrer Familien, z. B. Lebensmittel, Brennstoff zum Kochen, Schulgeld und Krankenversicherung, zu decken. Bei denen die sammeln, handelt es sich in der Regel um Menschen am Rande der Gesellschaft. Aufgrund der regelmäßigen Arbeit, die ihnen Plastic Bank bietet, können sie ihre Familien besser unterstützen.

Nach dem Einsammeln wird der Kunststoff sortiert und für die Verwendung in Produkten von Unternehmen auf der ganzen Welt, darunter Henkel und SC Johnson, weiterverarbeitet.  Dieser recycelte Kunststoff, der speziell von der Plastic Bank gesammelt wird, hat sogar seinen eigenen Namen: Social Plastic®. Anfang des Jahres gab das Unternehmen bekannt, dass es durch seine Arbeit 1 Milliarde Flaschen davor bewahrt hat, in die Ozeane zu gelangen.

Trotz des Ausmaßes der Plastikproblematik in den Ozeanen ist Katz unglaublich positiv gestimmt und sieht die Arbeit der Plastic Bank als Teil eines Trends, der darauf abzielt, dass Abfall eines Tages eine Form von Währung ist, und zwar in allen Weltregionen. „Wenn jede Flasche oder jedes Verpackungsstück 5 £, 5 € oder 5 $ wert wäre, würden Sie dann welche im Mülleimer sehen? Würde man sie in der Umwelt oder im Meer sehen? Nein, natürlich nicht“, sagt er. „Wir müssen nicht das Plastik ändern, sondern die Sichtweise darauf.“

Klicken Sie hier, um mehr über die Partnerschaft von Henkel mit Plastic Bank zu erfahren.