02.06.2015  Düsseldorf

Henkel-Förderprojekt „Hauptschüler welcome“

Kein Abschluss ohne Anschluss

Konzentriert legt sich Maria die Gabel zwischen Mittel- und Zeigefinger, dann steckt sie den Löffel zwischen Zeigefinger und Daumen. Mit einer Kippbewegung durch den Daumen kann sie nun die orangenen Tischtennisbälle, die auf ihrem Tablett liegen, ihren Mitschülern servieren. Maria ist eine der 24 Teilnehmer des Henkel-Förderprojekts „Hauptschüler welcome“. Beim gestrigen Aktionstag im Ausbildungszentrum von Henkel gaben Auszubildende den Hauptschülern mit praktischen Übungen Einblicke in die Berufe Industriemechaniker/in, Chemikant/in sowie Restaurantfachmann/-frau.

455986
???gallery.open.slideshow??? Im Gastronomiebereich üben die Schüler das richtige Servieren

Im Gastronomiebereich üben die Schüler das richtige Servieren mit Tischtennisbällen.

???gallery.open.slideshow??? Herstellung von Schlüsselanhängern

Bei der Herstellung von Schlüsselanhängern lernen die Teilnehmer, wie sich Metall bearbeiten lässt.

???gallery.open.slideshow??? 

Ein Auszubildender erklärt Projektteilnehmerin Maria, worauf es beim Ausbildungsberuf des Chemikanten ankommt.

Ein Auszubildender erklärt Projektteilnehmerin Maria, worauf es beim Ausbildungsberuf des Chemikanten ankommt.

Ob beim Eindecken, dem Zubereiten von alkoholfreien Cocktails oder dem richtigen Servieren – im Gastronomiebereich war das Geschick der Schüler gefordert. Immer wieder rollen die Tischtennisbälle vom Tablett und springen neben die Teller. „Das ist gar nicht so einfach“, bemerkt Maria. „Man muss sich auf so viele Dinge gleichzeitig konzentrieren.“

Im Förderprojekt „Hauptschüler welcome“ coacht Henkel Schüler von Düsseldorfer Hauptschulen. Das Ziel: Zum Ausbildungsstart 2016 soll jeder Teilnehmer einen Ausbildungsplatz oder einen Platz an einer weiterführenden Schule haben. In diesem Jahr nehmen 24 Schüler aus den 9. Klassen der Fritz-Henkel Hauptschule, den Gemeinschaftshauptschulen Melanchthon- und Bernburger Straße sowie der Katholischen Hauptschule Itterstraße teil.

Ritsch, ratsch – raumfüllend erklingt das Schleifgeräusch, immer wieder wird es durchbrochen von Bohrgeräuschen. Nach einer kurzen Einführung in den Beruf des Industriemechanikers können die Schüler bei der Herstellung eines Schlüsselanhängers selbst herausfinden, wie unterschiedlich sich verschiedene Metalle bearbeiten lassen.

„Ich mache bei ‚Hauptschüler welcome‘ mit, damit ich später bessere Chancen habe. Hier bekomme ich Hilfe für die Bewerbung und kann viel lernen“, erklärt Teilnehmerin Maria Gaitanidou (14), während sie in der Produktionstechnik auf einem Monitor beobachtet, wie sich das eingefüllte Gemisch langsam vermengt. Dann zeigt ihr ein Auszubildender, wie sie die Daten ablesen und dokumentieren kann.

„Wir möchten vor allem die Schüler unterstützen, deren Umfeld diese Hilfe möglicherweise weniger leisten kann, und mit diesem Projekt ihr Selbstbewusstsein für eine zukünftige Bewerbung um einen Ausbildungsplatz stärken“, sagt Franz Klüter, ehemaliger Ausbildungsleiter von Henkel, der das Projekt ehrenamtlich leitet. „Als Berufspraktiker habe ich einen anderen Zugang zu den Schülern. Für mich zählen nicht die Noten, sondern die Persönlichkeit und Soft Skills wie Eigeninitiative und Durchhaltevermögen.“ Insgesamt konnten mit dem Projekt 150 Schüler erfolgreich gefördert werden: 60 Prozent der Teilnehmer haben nach Projektabschluss eine Lehrstelle gefunden, 30 Prozent sich für den Besuch einer weiterführenden Schule entschieden.

Nach dem Startschuss des Projekts im April haben die Schüler bereits einen Online-Test zur Berufsorientierung absolviert und in einem Workshop Anforderungen für Ausbildungsplätze kennengelernt. In den verbleibenden Monaten des einjährigen Programms erwartet die Schüler außerdem simulierter Eignungstests und Vorstellungsgespräche sowie praktische Hinweise für ihre Bewerbungen.